Ratgeber
Hyposensibilisierung bei Pollenallergie
Die Hyposensibilisierung, auch spezifische Immuntherapie genannt, soll das Immunsystem an die Allergieauslöser gewöhnen. Die Angaben stammen von gesundheitsinformation.de, dem Portal des IQWiG (Stand 31. Mai 2023), ergänzt um Hinweise des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG). Ob die Behandlung für Sie infrage kommt, klären Sie bitte ärztlich.

So funktioniert die Behandlung
Der Körper bekommt laut IQWiG wiederholt kleine Mengen des Allergens. Die Startmenge ist sehr klein und wird schrittweise erhöht, bis eine persönliche Höchstmenge erreicht ist. Diese wird dann regelmäßig gegeben. Es gibt zwei Formen:
| Form | Ablauf laut IQWiG |
|---|---|
| Spritze unter die Haut (subkutan, SCIT) | in der Praxis, laut IQWiG zunächst alle 1 bis 2 Wochen, später meist alle 4 Wochen, den Rhythmus legt die Praxis fest |
| Tablette oder Tropfen unter die Zunge (sublingual, SLIT) | in der Regel täglich selbst zu Hause |
Die Behandlung dauert laut IQWiG mindestens 3 bis 5 Jahre. Zugelassene Allergene gibt es unter anderem für Gräser-, Getreide-, Kräuter- und Baumpollen.
Was Studien zur Wirkung zeigen
- Viele Studien zeigen laut IQWiG, dass beide Formen die Beschwerden und den Bedarf an Medikamenten bei allergischem Schnupfen verringern können.
- Laut IQWiG ist eine Besserung im ersten Jahr möglich, die volle Wirkung zeigt sich meist erst nach mindestens drei Jahren.
- Bei manchen Menschen lindert die Behandlung die Beschwerden nicht, nach dem Ende können sie wieder zunehmen.
- Laut IQWiG kann die Behandlung neuen Allergien und der Entwicklung von Asthma vorbeugen.
- Spritzen lindern die Beschwerden laut IQWiG eventuell etwas besser, beide Formen wirken aber mindestens ähnlich gut.
Nebenwirkungen
Leichte Nebenwirkungen treten laut IQWiG bei mehr als der Hälfte der Behandelten auf, etwa Hautausschlag an der Einstichstelle, Niesen, tränende Augen, Juckreiz und Schwellungen im Mund, Müdigkeit oder Kopfschmerzen. Laut IQWiG sind sie meist harmlos und vorübergehend. Bei starken Beschwerden wenden Sie sich an Ihre Praxis.
Selten kommt es zu einer schweren allergischen Reaktion bis zum Schock. In Studien trat das laut IQWiG nach weniger als 1 von 1000 Spritzen auf. Deshalb bleibt man laut IQWiG nach jeder Gabe mindestens 30 Minuten in der Praxis.
Für wen sie infrage kommt
Die Hyposensibilisierung ist laut IQWiG bei Kindern und Erwachsenen möglich. Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist sie meist nur möglich, wenn Betablocker durch andere Medikamente ersetzt werden können. Das entscheidet allein die behandelnde Praxis. Bei schwerem Asthma kommt sie infrage, wenn das Asthma gut kontrolliert und stabil ist. Wer schon einmal allergisch auf eine Spritze reagiert hat, sagt das vor Beginn der Ärztin oder dem Arzt.
Wann beginnen?
Laut IQWiG kann die Behandlung auch während der Pollensaison beginnen, die Nebenwirkungen sind dann ähnlich wie bei einem Beginn im Winter. Das BIÖG empfiehlt einen Beginn etwa drei bis vier Monate vor der Saison. Den passenden Zeitpunkt legen Sie ärztlich fest. Wann Ihre Pollen fliegen, zeigt der Pollenflugkalender. Andere Behandlungen finden Sie unter Pollenallergie behandeln.
Häufige Fragen
Wie lange dauert eine Hyposensibilisierung?
Laut gesundheitsinformation.de mindestens 3 bis 5 Jahre.
Hilft die Hyposensibilisierung sofort?
Nein. Eine Besserung ist im ersten Jahr möglich, die volle Wirkung zeigt sich laut IQWiG meist nach mindestens drei Jahren.
Kann mein Kind eine Hyposensibilisierung machen?
Laut IQWiG ist sie bei Kindern und Erwachsenen möglich. Ob sie für Ihr Kind passt, klären Sie bitte ärztlich, siehe auch Pollenallergie bei Kindern.
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